Biblisches Wort

Es ist keiner wie Du, und ist kein Gott außer Dir.“(2. Sam. 7, 22)
Mit Bekenntnissen wie diesem begann sich der Monotheismus, der Glaube an nur einen einzigen Gott, durchzusetzen. Nur ein Gott: dabei geht es nicht ums Zählen. Sondern dieser Glaube ist die Absage an vergöttlichte Naturkräfte und gesellschaftliche Mächte, die Absage an jede Schicksalsergebenheit. Nur ein Gott heißt: Du hast ein unendliches „Du“ als Gegenüber und alles könnte anders sein. Alles kann anders sein! Denn: „Es ist keiner wie Du.“

Betrachten wir die gegenwärtige Wirklichkeit als einen Vorschlag. Neben ihr gibt es jede Menge anderer Vorschläge, die wir gründlich erwägen sollten. Denn den gegebenen Vorschlag anzunehmen, nur weil er da ist, hieße: Wir lassen uns auf ein Experiment ein, von dem sicher ist, dass es scheitern wird. Obwohl das Klima längst aus dem Takt ist, die Insekten sterben, obwohl Teile der Ozeane sich in tote Zonen verwandelt haben, läuft das Experiment weiter, mit dem herausgefunden werden soll, ob man auf einer endlichen Welt unendliches Wachstum erzeugen kann. So betrachtet ist die gegebene Wirklichkeit und die mit ihr vorgeschlagene Lebensweise eine Illusion, und zwar eine gefährliche. Ich kenne einige Menschen die glauben, das wäre halt so, und wir könnten daran ohnehin nichts ändern. Als stünde fest, was Wirklichkeit ist und als wäre der aktuelle Zustand allmächtig. Das ist er nicht. Mit dem unendlichen Gott im Horizont muss das gar nicht sein. Es gibt eine sinnvolle Zukunft, weil Gott, Ursprung und Quelle von allem, die Welt und uns ausgestattet hat mit unendlich vielen Möglichkeiten, die Welt zu gestalten. Der biblische Gott hat noch immer zum Aufbruch in ein besseres Morgen inspiriert, aus ägyptischer Sklaverei oder zum Aufbruch in die Herrschaft Gottes.

Die „Fridays for Future“, die SchülerInnen und StudentInnen, die seit Monaten freitags gegen das Nichtstun in Sachen Klima streiken, sie haben eine klare Botschaft: wir möchten aus dem gegenwärtigen Experiment aussteigen. Es muss anders werden! Eine sehr kluge und gute Botschaft. Evangelium! Staunen steckt in den Worten: „Es ist keiner wie Du“. Staunen darüber, dass wir die Welt gestalten können. Das bedeutet für uns heute: der zwangsläufig auf uns zukommende Weltuntergang – er ist abgesagt.

Schauen Sie im Mai der Sonne einfach Mal beim Scheinen zu, lassen Sie sich von ihr inspirieren und träumen Sie davon, wie wir alle Morgen besser zusammenleben. Dann lassen Sie uns darüber ins Gespräch kommen und alles anders machen! Denn „es ist kein Gott außer Dir!“

Ihr
Alexander Tschernig